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04. Duale Orexin-Rezeptor-Antagonisten: Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit

Veröffentlicht am August 5, 2026 Ablaufdatum der Zertifizierung: August 5, 2029 DOI: 10.64239/PI-DE-VL10804

Bhanu Prakash Kolla, M.D.

Professor of Psychiatry - Mayo Clinic

Kernpunkte

  • Bei der Verordnung von DORAs sollten mittlere bis hohe Dosen bevorzugt werden, um bessere Schlafergebnisse zu erzielen. Nebenwirkungen scheinen dosisunabhängig aufzutreten, wobei niedrige bis mittlere Dosen mit Placebo vergleichbar sind.
  • Post-Marketing-Surveillance-Daten zeigen, dass DORAs ein geringeres Missbrauchspotenzial aufweisen. Dies macht sie zur bevorzugten Wahl bei Patienten mit komorbiden Substanzgebrauchsstörungen.
  • Die vorliegende Evidenz lässt keine eindeutige Überlegenheit eines einzelnen DORAs gegenüber einem anderen erkennen; die Therapieauswahl richtet sich in der Regel nach dem Versicherungsschutz.

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Folien und Transkript

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In diesem Abschnitt sprechen wir über DORAs – duale Orexin-Rezeptor-Antagonisten – zur Behandlung von Insomnien. Dazu gehören Suvorexant, Lemborexant und Daridorexant.
Referenzen:
  • Bhanu Prakash Kolla, M.D.

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Die dualen Orexin-Rezeptor-Antagonisten wirken über das Orexin-System. Orexine – früher auch als Hypokretine bekannt – gelten als vorwiegend exzitatorische Neurotransmitter und spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei verschiedenen Funktionen des Zentralnervensystems, wie Wachheit, Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis. Die Blockade beider Orexin-Rezeptoren scheint stärkere sedierende Wirkungen zu erzeugen. In Studien wurde die Blockade der einzelnen Rezeptoren untersucht, und im Vergleich zur dualen Blockade beider Orexin-Rezeptoren zeigte sich, dass Patientinnen und Patienten bei der dualen Blockade eine stärkere Sedierung erleben.
Referenzen:
  • Ten-Blanco, M., Flores, Á., Cristino, L., Pereda-Perez, I., & Berrendero, F. (2023). Targeting the orexin/hypocretin system for the treatment of neuropsychiatric and neurodegenerative diseases: from animal to clinical studies. Frontiers in Neuroendocrinology, 69, 101066. https://doi.org/10.1016/j.yfrne.2023.101066
  • Sears, R. M., Fink, A. E., Wigestrand, M. B., Farb, C. R., de Lecea, L., & Ledoux, J. E. (2013). Orexin/hypocretin system modulates amygdala-dependent threat learning through the locus coeruleus. *Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America*, *110*(50), 20260–20265. https://doi.org/10.1073/pnas.1320325110

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In dieser Abbildung ist zu sehen, wie Prepro-Orexin in Orexin-A und Orexin-B aufgespalten wird. Diese wirken auf verschiedene Orexin-Rezeptoren, die im gesamten Gehirn verteilt sind und vielfältige Funktionen erfüllen – darunter die Förderung von Wachheit. Die Blockade beider Rezeptoren trägt dazu bei, Sedierung zu fördern.
Referenzen:
  • Ten-Blanco, M., Flores, Á., Cristino, L., Pereda-Perez, I., & Berrendero, F. (2023). Targeting the orexin/hypocretin system for the treatment of neuropsychiatric and neurodegenerative diseases: from animal to clinical studies. Frontiers in Neuroendocrinology, 69, 101066. https://doi.org/10.1016/j.yfrne.2023.101066
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Bei der Auswahl unter den dualen Orexin-Rezeptor-Antagonisten gibt es kaum Daten, die die Überlegenheit eines einzelnen DORAs gegenüber den anderen belegen. Die Wahl des Präparats hängt in der Regel von der Kostenübernahme durch die Krankenversicherung ab. Alle DORAs sind noch patentgeschützt, und es sind derzeit keine Generika erhältlich. Aufgrund der damit verbundenen Kosten verlangen die meisten Versicherungen eine Vorabgenehmigung, einschließlich des Nachweises, dass andere Medikamente zuvor erprobt wurden, bevor DORAs übernommen werden.
Referenzen:
  • Xue, T., Wu, X., Chen, S., Yang, Y., Yan, Z., Song, Z., Zhang, W., Zhang, J., Chen, Z., & Wang, Z. (2021). The efficacy and safety of dual orexin receptor antagonists in primary insomnia: A systematic review and network meta-analysis. Sleep Medicine Reviews, 61, 101573. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2021.101573

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In dieser Tabelle sind die Dosierungen der drei derzeit verfügbaren DORAs sowie deren Halbwertszeiten aufgeführt. Obwohl Lemborexant eine lange Halbwertszeit hat, führt dies in der klinischen Praxis nicht zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit. Außerdem sind die Nebenwirkungsprofile dargestellt. Zu den häufigen Nebenwirkungen aller DORAs – einschließlich der drei derzeit verfügbaren – zählen Tagesmüdigkeit, hypnagoge Halluzinationen, Schlaflähmung und gelegentlich Suizidgedanken.
Referenzen:
  • Kishi, T., Ikuta, T., Citrome, L., Sakuma, K., Hatano, M., Hamanaka, S., Nishii, Y., & Iwata, N. (2025). Comparative efficacy and safety of daridorexant, lemborexant, and suvorexant for insomnia: a systematic review and network meta-analysis. Translational Psychiatry, 15(1), 211. https://doi.org/10.1038/s41398-025-03439-8
  • Żełabowski, K., Petrov, W., Wojtysiak, K., Ratka, Z., Biedka, K., Wesołowski, M., Fus, K., Ślebioda, D., Rusinek, M., Sterkowicz, M., Radzka, I., & Chłopaś-Konowałek, A. (2025). Targeting the orexin system in the pharmacological management of insomnia and other diseases: Suvorexant, lemborexant, daridorexant, and novel experimental agents. International Journal of Molecular Sciences, 26(17), 8700. https://doi.org/10.3390/ijms26178700

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Im Umgang mit Patientinnen und Patienten, die DORAs erhalten: Obwohl diese Medikamente neu sind, gibt es keine überzeugenden Daten, die ihre Überlegenheit gegenüber bestehenden Hypnotika belegen. In der Regel lässt sich nach ein bis zwei Wochen beurteilen, ob diese Medikamente wirksam sind. Insgesamt ist das Nebenwirkungsprofil dieser Medikamente im Vergleich zu den meisten anderen Hypnotika günstiger.
Referenzen:
  • Kishi, T., Ikuta, T., Citrome, L., Sakuma, K., Hatano, M., Hamanaka, S., Nishii, Y., & Iwata, N. (2025). Comparative efficacy and safety of daridorexant, lemborexant, and suvorexant for insomnia: a systematic review and network meta-analysis. Translational Psychiatry, 15(1), 211. https://doi.org/10.1038/s41398-025-03439-8
  • Álamo, C., Sáiz Ruiz, J., & Zaragozá Arnáez, C. (2024). Orexinergic receptor antagonists as a new therapeutic target to overcome limitations of current pharmacological treatment of insomnia disorder. Actas Españolas de Psiquiatría, 52(2), 172–182. https://doi.org/10.62641/aep.v52i2.1659
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Zur Wirksamkeit der DORAs: Alle drei verbessern die Gesamtschlafdauer, das Erwachen nach dem Einschlafen und führen zu Verbesserungen im Insomnia Severity Index. Mittlere bis hohe Dosen zeigten eine signifikant bessere Wirksamkeit, während niedrige bis mittlere Dosen ein ähnliches Sicherheitsprofil wie Placebo aufwiesen. Die Nebenwirkungen scheinen unabhängig von der DORA-Dosis zu sein.
Referenzen:
  • Clark, J. W., Brian, M. L., Drummond, S. P. A., Hoyer, D., & Jacobson, L. H. (2020). Effects of orexin receptor antagonism on human sleep architecture: A systematic review. Sleep Medicine Reviews, 53, 101332. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2020.101332
  • Kishi, T., Ikuta, T., Citrome, L., Sakuma, K., Hatano, M., Hamanaka, S., Nishii, Y., & Iwata, N. (2025). Comparative efficacy and safety of daridorexant, lemborexant, and suvorexant for insomnia: a systematic review and network meta-analysis. Translational Psychiatry, 15(1), 211. https://doi.org/10.1038/s41398-025-03439-8

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Hinsichtlich der Auswirkungen von DORAs auf die Schlafarchitektur scheint der Einfluss insgesamt sehr gering zu sein. Es könnte zu einer leichten Zunahme des REM-Schlafs und einer schnelleren REM-Einleitung kommen, aber insgesamt scheint die Schlafarchitektur kaum beeinflusst zu werden. Eine leichte Zunahme des REM-Schlafs ist möglich, ohne dass es zu wesentlichen Veränderungen der Non-REM-Schlafanteile kommt.
Referenzen:
  • Clark, J. W., Brian, M. L., Drummond, S. P. A., Hoyer, D., & Jacobson, L. H. (2020). Effects of orexin receptor antagonism on human sleep architecture: A systematic review. Sleep Medicine Reviews, 53, 101332. https://doi.org/10.1016/j.smrv.2020.101332

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Was die Sicherheitsaspekte betrifft: DORAs werden von der DEA als Schedule-IV-Substanzen eingestuft, ähnlich wie Z-Substanzen und Benzodiazepine. Allerdings deuten Daten aus der realen Anwendung im Rahmen der Pharmakovigilanz darauf hin, dass DORAs ein geringeres Missbrauchspotenzial aufweisen. Dies macht sie besonders geeignet für Patientinnen und Patienten mit komorbiden Substanzkonsumstörungen.
Referenzen:
  • Kishi, T., Ikuta, T., Citrome, L., Sakuma, K., Hatano, M., Hamanaka, S., Nishii, Y., & Iwata, N. (2025). Comparative efficacy and safety of daridorexant, lemborexant, and suvorexant for insomnia: a systematic review and network meta-analysis. Translational Psychiatry, 15(1), 211. https://doi.org/10.1038/s41398-025-03439-8
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Die wichtigsten Punkte dieses Abschnitts: Orexine sind exzitatorische Neurotransmitter, die Wachheit, Aufmerksamkeit und Vigilanz fördern. Die duale Orexin-Blockade scheint stärkere sedierende Wirkungen zu erzeugen. Mittlere bis hohe Dosen von DORAs verbessern die Gesamtschlafdauer und die subjektiven Insomniesymptome. Das Nebenwirkungsprofil von DORAs ist vergleichsweise günstig. Der Einsatz von DORAs in der klinischen Praxis wird derzeit hauptsächlich durch die Kostenübernahme der Versicherung und Kostenfragen bestimmt. DORAs haben ein geringeres Missbrauchspotenzial und eignen sich daher besonders für Patientinnen und Patienten mit komorbiden Substanzkonsumstörungen.

Lernziele:
Nach Abschluss dieser Aktivität ist der Teilnehmer in der Lage:

  • Die diagnostischen Kriterien der chronischen Insomniastörung zu beschreiben und den Insomnia Severity Index zur Patientenscreening und Therapieverlaufskontrolle anzuwenden.
  • Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheitsprofile von FDA-zugelassenen und Off-Label-Substanzen zur Behandlung der Insomnie zu vergleichen, einschließlich dualer Orexinrezeptorantagonisten, Z-Substanzen, Benzodiazepine, Melatoninagonisten und sedierender Antidepressiva.
  • Eine geeignete Pharmakotherapie der Insomnie für besondere Patientengruppen auszuwählen, darunter Schwangere, ältere Erwachsene, Patienten unter Opioidtherapie oder mit komorbider Substanzgebrauchsstörung sowie Patienten mit Bedarf an Langzeitbehandlung.

Ursprüngliches Veröffentlichungsdatum: 5. August 2026
Ablaufdatum: 5. August 2029

Referent: Bhanu Kolla, M.D.
Medizinischer Redakteur: Tomás Abudarham, M.D.

Offenlegung relevanter finanzieller Beziehungen:

Keiner der Referenten, Planer und Gutachter dieser Bildungsaktivität hat für die letzten 24 Monate relevante finanzielle Beziehungen zu nicht teilnahmeberechtigten Unternehmen offenzulegen, deren Hauptgeschäft in der Herstellung, Vermarktung, dem Verkauf, Weiterverkauf oder Vertrieb von Gesundheitsprodukten besteht, die von oder an Patienten verwendet werden.

Kontaktinformationen: Bei Fragen zum Inhalt oder zum Zugang zu dieser Aktivität kontaktieren Sie uns unter support@ml-staging.psychopharmacologyinstitute.com

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Die Teilnehmer müssen die Aktivität online innerhalb des oben angegebenen Gültigkeitszeitraums des Credits abschließen.

Befolgen Sie diese Schritte, um CME-Credit zu erhalten:

  1. Sehen Sie sich die erforderlichen Bildungsinhalte auf dieser Kursseite an.
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Bitte beachten Sie, dass die Abschlussdaten der CME- und SA-CME-Zertifikate in UTC erfasst werden. Je nach Ihrer lokalen Zeitzone können spät am Tag abgeschlossene Aktivitäten auf Ihrem Zertifikat mit dem Datum des Folgetages erscheinen.

Accreditation Statement:
This activity has been planned and implemented in accordance with the accreditation requirements and policies of the Accreditation Council for Continuing Medical Education through the joint providership of Medical Academy LLC and the Psychopharmacology Institute. Medical Academy is accredited by the ACCME to provide continuing medical education for physicians.

Akkreditierungserklärung (Referenzübersetzung): Diese Aktivität wurde in Übereinstimmung mit den Akkreditierungsanforderungen und -richtlinien des Accreditation Council for Continuing Medical Education im Rahmen der gemeinsamen Trägerschaft von Medical Academy LLC und dem Psychopharmacology Institute geplant und durchgeführt. Medical Academy ist vom ACCME akkreditiert, ärztliche Fortbildung anzubieten.

Credit Designation Statement:
Medical Academy designates this enduring activity for a maximum of 1 AMA PRA Category 1 credit(s)™. Physicians should claim only the credit commensurate with the extent of their participation in the activity.

Erklärung zur Credit-Vergabe (Referenzübersetzung): Medical Academy weist dieser dauerhaften Aktivität maximal 1 AMA PRA Category 1 credit(s)™ zu. Ärzte sollten nur den Credit geltend machen, der dem Umfang ihrer Teilnahme an der Aktivität entspricht.

Die ANCC erkennt AMA PRA Category 1 Credit(s)™ als Kontaktstunden an, nach folgender Umrechnung: 1 CME = 1 Kontaktstunde. Alle unsere Inhalte betreffen die Psychopharmakologie, daher entsprechen die auf Ihrem Zertifikat ausgewiesenen Pharmakologiestunden den für diese Aktivität vergebenen Credits. Das Zertifikat weist sie in einer eigenen Zeile aus, getrennt von der Erklärung zur Credit-Vergabe.

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KI bestimmt keine klinischen Empfehlungen. Alle Inhalte werden von den genannten Referenten und medizinischen Redakteuren geprüft, verifiziert und freigegeben und spiegeln ein unabhängiges menschliches klinisches Urteil wider, im Einklang mit den ACCME Standards for Integrity and Independence in Accredited Continuing Education.

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